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Altern bei Hund und Katze
Pr. Dr. med. vet. Yair Schiftan

Vor fünf Jahren habe ich einen Hund geschenkt bekommen. Damals konnte mir niemand Auskunft geben über sein Alter. Er dürfte wahrscheinlich schon 15-jährig sein, denn Trägheit und immer länger andauernde Erholungsphasen machen sich bei ihm bemerkbar. Obwohl es der Lauf der Natur ist, will ich meinen Hund auf keinen Fall verlieren. Gibt es eine Möglichkeit, sein Leben zu verlängern?

Es gibt keine absolute Einteilung in «Jung» und «Alt». Das Alter ist vielmehr abhängig von Rasse, Grösse, Fütterung, Haltungsform und individueller, rassenspezifisch erhöhter Krankheitsbereitschaft.

Altern ist definiert als ein komplexer, biologischer, physiologischer und keinesfalls krankhafter Prozess, der zu einer fortschreitenden Verminderung der Fähigkeit eines Individuums führt. Diese verminderte Adaptationsfähigkeit alter Individuen führt einerseits zu einer Einschränkung der Funktionen, anderseits zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber inneren und äusseren, krankmachenden Einflüssen.

Einige Altersveränderungen sind: Veränderung des Verhältnisses von Fett und Körperwasser, indem das Wasser, insbesondere das intrazelluläre, um etwa 10 % abnimmt. Die Zellmasse vor allem von Niere, Leber und Muskulatur nimmt ab. Atmungs-, Kreislauf- und Nierenfunktion nehmen bis zu 50 % ab. Die maximale Sauerstoffaufnahme ist auf etwa 40 % vermindert und die Immunfunktion ist eingeschränkt.

Da Alter an sich keine Krankheit ist, lässt es sich auch nicht therapieren. Man kann wohl aber die Gesundheit und das Wohlbefinden durch Behandlung und insbesondere durch Prophylaxe von Krankheiten verbessern. Somit kann eine Lebensverlängerung erreicht werden.

Wichtig ist eine frühzeitige Erkennung von verminderten Organfunktionen oder beginnenden Erkrankungen. Die Aufklärung des Besitzers über die Wichtigkeit von Vorsorge-Untersuchungen und Früherkennung von Problemen ist daher von grosser Bedeutung, um den Zustand «alt und gesund» möglichst lange aufrecht zu erhalten oder einen pathologischen Krankheitsprozess zu verlangsamen. Es empfiehlt sich auch, das Tier – gleichzeitig mit dem jährlichen Impftermin – einer Blutuntersuchung zu unterziehen.

Die älteren Tiere sind auch die Träger unserer Erinnerungen. Sie waren Zeugen unserer intimsten Erlebnisse, Krankheiten, Freuden. Dadurch sind sie mit unserer Welt der Emotionen stark verbunden. Und so wie wir für unsere Familienangehörigen sorgen, sollten wir auch für sie vermehrt Sorge tragen.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Prof. Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren