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Frettchen im Haus
Dr. med. vet. Roman Camen

Wir haben vor, uns ein Frettchen anzuschaffen. Können Sie uns ein paar Tipps geben, auf was wir achten sollen, damit das Tier sich bei uns wohl fühlt und gesund bleibt?
Frau S. aus Jona SG (Schweiz)

Grundsätzlich gilt es zu beachten, dass Frettchen sehr gesellige Tiere sind, und deshalb nicht alleine gehalten werden sollten. Kaufen Sie sich mindestens zwei Tiere.

Wenn Sie keine Frettchen-Erfahrung haben, ist es wichtig, dass Sie sich genau informieren, was die Tiere fressen und welche Ansprüche sie bezüglich Haltung stellen. Frettchen sind sehr schlechte Kostverwerter, weil sie im Verhältnis zur Körperlänge einen sehr kurzen Darm haben. Deshalb benötigen sie eine ausgewogene Ernährung und regelmässige Futteraufnahme. Als Fleischfresser haben die Tiere einen hohen Bedarf an Eiweiss. Aus diesem Grund besteht eine den Bedürfnissen entsprechende Nahrung zu etwa 80 Prozent aus Fleisch und zu 20 Prozent aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Die gesetzliche Mindestanforderung an ein Gehege mit zwei Frettchen beträgt zwei Quadratmeter, wobei dies meiner Ansicht nach ziemlich wenig ist. Die Tiere schätzen es, regelmässigen Auslauf zu geniessen, sei es in der Wohnung oder im Garten. Des Weiteren kann man die Frettchen beglücken, indem man den Käfig mit allerlei Spielzeugen ausstattet. 

Bezüglich Gesundheitsvorsorge gilt es folgende Punkte zu beachten:
­ Wenn Frettchen regelmässigen Kontakt zu Hunden haben, sollten sie geimpft werden, denn die Hundekrankheit Staupe ist auch auf Frettchen übertragbar.
­ Weibliche Tiere, so genannte Fähen, sollten kastriert werden. Eine paarungswillige Fähe, die nicht gedeckt wird, kann an dieser Tatsache aufgrund einer Dauerranz sterben. In diesem Fall hemmt der chronisch erhöhte Östrogenspiegel die Blutzellenbildung im Knochenmark.
­ Menschliche Grippeviren können auf Frettchen übergreifen. Deshalb sollte man sich im Falle einer Grippeerkrankung von den Tieren fernhalten.
­ Auch Frettchen können an Magen-Darm-Parasiten erkranken. Aus diesem Grund sollten die Tiere alle vier Monate entwurmt werden.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren med. vet. Roman Camen Rapperswil SG
Mit frdl. Genehmigung des Autoren