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Tierdüfte und Parfüms für Hunde
Prof. Dr. Yair Schiftan

Kürzlich erfuhr ich, dass es eine Eau- de-Cologne-Linie für Hunde gibt. 
Als ich dies las, tummelten sich verschiedene Gedanken in meinem Kopf.
Werden diese Duftstoffe für Tiere als Tiere gemacht oder für Menschen, 
damit sie die Tiere in ihrer Natürlichkeit nicht riechen?

Es stimmt, dass Tiere für uns Menschen manchmal schlecht riechen, obwohl der Geruch sehr individuell interpretiert wird. Ein nasser Hund kann für einen ein stinkender Köter sein, für den andern assoziiert es sich mit wunderschönen Ausflügen mit dem Lieblingshund.

Unsere menschliche Tendenz, Körpergerüche mit anderen Düften abzudecken, ist die Lebensader der Parfümindustrie und sehr viel Kreativität wird in die Komposition der Düfte und ihre Namen investiert.

Bei Tieren ist es anders, der Körpergeruch ist eine Visitenkarte mit Namen, Adresse, Geschlecht, Lustzustand, Paarungsbereitschaft, Bankkontonummer, Gesundheitsattest und der Menükarte von letzten Mahlzeiten.
Das ausgiebige sich beschnuppern vorne und hinten dient der gegenseitigen Speicherung dieser Informationen, wonach sich auch das Verhalten richtet. Entweder verkeilen sich die Hunde danach ineinander oder decken sich oder spielen friedlich.

Ich nehme an, dass das menschliche Verhalten, den eigenen Duft abzudecken, das Ziel hat, unser Sozialleben so konfliktfrei wie möglich zu gestalten, damit wir uns nicht anhand des Geruches ineinander verkeilen.

Bei jedem Kotabsatz beim Hund oder der Katze wird eine kleine Menge der Flüssigkeit aus den Afterdrüsen freigesetzt, die dann die persönliche Duftnote des Tieres dem Kot verleiht und sein Gebiet markiert. Auch das kurze Urinieren an markanten Stellen hat die Funktion, durch die konzentrierte Zusammensetzung eine Message «ich war da», zu hinterlassen.

Einen ähnlichen Eindruck gewinnen wir Menschen, wenn wir in einen Lift steigen, in dem vorher eine parfümierte Person war.

Der Duft ist für unsere Tiere lebenswichtig, weil er all die wesentlichen Informationen in sich trägt und dadurch das soziale Leben regelt. 

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Deshalb würde ich den Hundehaltern empfehlen, das Tier natürlich von Zeit zu Zeit zu waschen, aber grundsätzlich nicht regelmässig ein Parfüm einzusetzen, damit wir uns alle «riechen» können.

     

    Fragen, Bemerkungen an den Autoren Prof. Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

    Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»

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