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Rücksichtnahme unter Hundehaltern
Christine Krättli

"Meine Hündin ist nun wieder einmal vier Wochen lang läufig", erklärt Frau S. aus G.. Auch in dieser Zeit führe sie ihre Hündin dreimal täglich an der langen Rollleine spazieren. Auf solchen Spaziergängen begegne sie mehrmals Hundehaltern mit Rüden. Noch bevor ein anderer Hund in den Umkreis von 50 Metern gerate, nehme sie ihr Tier ganz zu sich und lasse es neben ihr absitzen, damit der Halter eines Rüden genügend Zeit finde, seinen Hund zu sich zu rufen.
Meist werde jedoch ihr Vorgehen von andern nicht verstanden. Erst wenn der Rüde um die Hündin herumschwänzle und sie zu besteigen versuche, komme der Hundehalter heranspaziert und antworte meistens, dass sein Hund nichts Böses im Sinne habe. Erst wenn sie ihrem Gegenüber das eigentliche Problem erkläre, versuche der Hundebesitzer seinen nun auf den Geschmack gekommenen Rüden an die Leine zu nehmen. Solche Begegnungen gebe es leider noch und noch.

"Ist es wirklich nicht möglich, dass Hundehalter vorausschauen und ihren vierbeinigen Freund an die Leine nehmen, wenn ein anderer Hundehalter dies ebenfalls tut?", fragt Frau S.

Liebe Frau S., wie Sie in Ihrer Anfrage ebenfalls schreiben, hat tatsächlich jeder Hundehalter die Pflicht, sein Tier so zu halten, dass es andere nicht belästigt. Dies gilt nicht nur gegenüber Kindern, älteren Leuten, Joggern, Radfahrern, Reitern usw., sondern auch gegenüber anderen Hundehaltern.

Nicht nur die Läufigkeit einer Hündin, sondern auch eine Verletzung, eine Krankheit, das hohe Alter oder auch die Grösse, hie und da die Kleinheit eines Hundes veranlassen einen Besitzer, seinen treuen Begleiter an der Leine zu führen. Vorausschauende Hundehalter deuten dies richtig und nehmen jeweils ihren Vierbeiner ebenfalls an die Leine. Oftmals können nach einem aufklärenden Gespräch die Hunde von der Leine gelassen werden und dürfen zu ihrer eigenen Freude sowie zur Freude ihrer Halter miteinander spielen und herumtollen.

Sicherlich gibt es für Hundehalter immer wieder unverschuldet unangenehme Begegnungen, wenn beispielsweise Jogger, Biker oder Motorradfahrer von hinten kommen - und dies an Orten, wo man es nicht erwarten kann.

Unfälle und unangenehme Begegnungen lassen sich am besten vermeiden, wenn die Tiere an unübersichtlichen Orten, etwa an engen Wegen, Brücken und Durchgängen, an der Leine geführt werden.

Schliesslich dürfen wir nicht vergessen, dass auch der besterzogene Hund keine Maschine darstellt und hin und wieder seinen Kopf durchsetzt und die Befehle seines Frauchens oder des Herrchens ignoriert. Unangenehme Zwischenfälle sind dann nie ganz auszuschliessen.

Mit frdl. Genehmigung der Autorin und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
 

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