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Was hat Lächeln mit Schwanzwedeln zu tun?
Dr. Yair Schiftan

Lächeln kann ein Hund zwar nicht. Und trotzdem zeigt er den Menschen, wenn er sich wohl fühlt oder sich freut. Wer kennt die Situation nicht: Nach langer Abwesenheit stürzt der Hund freudig mit dem Schwanz wedelnd auf seinen Besitzer zu, wenn dieser wieder nach Hause kommt.

Ja, wenn es das Lächeln auf der Welt nicht gäbe. Vieles wäre trister, manch ein Arbeitstag stressiger und manch eine Situation angespannter. Das menschliche Lächeln erzeugt beim Gegenüber ein gutes Gefühl, es ist ein Zeichen der Freundschaft und erleichtert am Arbeitsplatz die Zusammenarbeit. Ein Baby lächelt schon wenige Tage nach der Geburt und ab der fünften Woche begrüsst es die Mutter damit. Das Lächeln ist eine wunderbare Medizin. Es reduziert die Aggressionen und die sozialen Spannungen, verstärkt Sozialbindungen, aber auch den Pflegeinstinkt.

Das Schwanzwedeln ist das Lächeln des Hundes. Es signalisiert Freundschaft und gute Absichten. Dies ganz im Gegensatz zu den Schwanzzuckungen einer Katze, die auf einen Erregungszustand und Aufregung hindeuten. Andererseits ist das Schwanzwedeln des Hundes nur ein Teil seiner Körpersprache. Interessant sind auch andere Signale. So bedeutet eine nach oben über den Rücken gestreckte Rute Aufregung, Anspannung und Erwartung. Drückt der Hund seine Rute nach unten oder zwischen die Beine, so hat er Angst oder drückt damit Unterwerfung aus. Eine entspannte Schwanzhaltung zeigt: Zurzeit begegnet der Hund der Welt gelassen und ausgeglichen.

Doch nicht nur der Schwanz, auch die Stellung der Ohren sagt einiges über das Empfinden des Tieres aus. Stehen die Ohren nach oben, so ist der Hund voller Neugier. Sind sie nach unten abgeklappt, heisst dies, das Tier hat Angst und unterwirft sich.

Wichtig scheint mir in diesem Zusammenhang: Viele sogenannte «Verschönerungen» wie kupierte Ohren und Schwänze bei diversen Rassen, sind echte «Sprachverstümmelungen» und daher völlig sinnlos. In der Kommunikation zwischen Mensch und Tier geht dabei viel verloren.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»

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