Was tun, wenn ein Hund Menschen anbellt? Ich habe eine fast zweijährige Spitzmischlingshündin, wobei niemand
weiss, welche Rassen in ihr vereint sind. Der Spitz ist jedoch
äusserlich, sowie auch im Verhalten ziemlich dominant. Sie ist
auf einem Bauernhof in einer Scheune ganz unbedarft aufgewachsen.
Mein Problem ist nun, dass meine Hündin furchtbar misstrauisch
gegenüber Menschen ist, besonders gegenüber Männern. Sobald jemand
sich auffallend verhält, ist es für sie gleich ein Grund, loszukläffen.
Ich habe ihr das jetzt strikt verboten und es klappt auch schon
ganz gut. Sie bellt jetzt nur noch, wenn sie angesprochen wird.
Mir kommt das Verhalten sehr wölfisch vor. Meine Frage ist nun:
Wo kommt dieses Verhalten her? Hat sie einfach nur einen ausgeprägten
Schutz- und Wachinstinkt, oder noch besonders viele Urgene? Und
wie verhalte ich mich am besten? Ihr Bericht ist sehr detailliert und beinhaltet viele wichtige Informationen. Ihre Hündin benimmt sich selbstbewusst und für einen Hund normal. Sie verteidigt ihr Revier, ihre Gruppenmitglieder und anscheinend hat sie Erfolg, weil alle darauf reagieren und stramm stehen. Da wir als Menschen die Aggressionen gegenüber den Mitmenschen im Zaum halten müssen oder wollen, haben wir viele Verhaltensweisen entwickelt, wie lächeln, einladende Gesten, beschwichtigende Begrüssungsworte, die die erste Spannung bei der Begegnung soweit wie möglich reduzieren. Diese Erziehung hat Ihr Hund noch nicht erfahren. Die beste Methode, um eine schon ziemlich etablierte natürliche Verhaltensweise zu ändern, ist die positive Verstärkung Positive Verstärkung bedeutet die gewünschte Verhaltensweise in Ihrem Fall, das «nicht ankläffen», das «nicht angreifen» zu belohnen. Das heisst ein Hundebiskuitsäckchen mit sich tragen, die Situationen im Voraus erahnen und den Hund belohnen, bevor er auf die Fremden reagiert, ihn just vorher ablenken durch ein Biskuit und Streicheleinheiten Anschreien, bestrafen nach der Tat kann vom Hund als Verstärkung verstanden werden, das heisst, sie verstärken das unerwünschte Verhalten. Sollten Sie mit dieser «do it yourself»-Methode nicht vorwärts kommen, wenden Sie sich an einen Tierverhaltens-Trainer in Ihrer Umgebung. Fragen, Bemerkungen an den Autoren Prof. Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG Mit frdl. Genehmigung des Autoren
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