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Dr. med. vet. Roman Camen
Letzte Woche hat sich unser Hund beim Spielen einen Eckzahn gebrochen.
Erst jaulte er kurz auf, es blutete auch ein wenig, einige Minuten später
hingegen spielte er munter weiter, als wäre nichts geschehen.
Ein gebrochener blutender Zahn muss unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden. Zähne bestehen in ihrem Innern aus einer Höhle, in der Blutgefässe und Nerven verlaufen. Diese Höhle reicht direkt in die Zahnwurzel. Wenn nun ein Zahn bricht und dabei blutet, bedeutet dies, dass die Höhle eröffnet ist. Somit gelangen Keime in die Höhle und in die Zahnwurzel. Dieser Vorgang bleibt oft einige Zeit unbemerkt. Mit der Zeit bildet sich eine eitrige Zahnwurzelentzündung, die sogar den Kieferknochen befallen kann, was ein ziemlich schmerzhaftes Geschehen darstellt. Mit Eiter gefüllte Backenabszesse oder solche im Bereich des Unterkiefers müssen unter Vollnarkose eröffnet werden. Ein gebrochener Zahn, der blutet, muss behandelt werden. Der Einfachheit halber, und weil bei Tieren ein fehlender Zahn nicht einen solchen Schönheitsdefekt darstellt wie bei uns Menschen, werden solche Zähne meist gezogen. Als Alternative wäre eine Wurzelbehandlung oder sogar eine künstliche Wiederherstellung des gebrochenen Zahnes denkbar. Wenn ein gebrochener Zahn nicht blutet, muss der Zahn nicht unbedingt
behandelt werden, ausser der Bruch bildet sehr scharfe Kanten, die die
gegenüberliegende Lippe verletzen können. In diesem Fall reicht
es aber, wenn die Bruchstelle abgeschliffen wird, was meist eine leichte
Sedation des Tieres erfordert.
Fragen,
Bemerkungen an den Autoren Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG
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