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Aggression bei Katzen
Prof. Dr. Yair Schiftan

Mein Kater ist 4 Monate alt und wird immer aggressiver. Er ist auf dem Bauernhof aufgewachsen. Die Mutter ist nach der Geburt gestorben. Er wurde von Hand grossgezogen. Ich habe ihn mit 5 Wochen bekommen. Anfangs war er noch sehr verschmust. Doch jetzt wird er halt immer aggressiver. Er faucht und schlägt mit den Pfoten nach mir, wenn ich ihn streicheln will.
Was kann ich dagegen machen?

Aggressivität ist ein Teil von einem normalen Verhalten. Ohne Aggressivität kein Überleben. Aggressivität ist notwendig um sich Futter zu beschaffen (Jagd) und um sich eine Rangordnung in der Gruppe zu erobern. Normalerweise lernt eine Katze, das aggressive Verhalten spielerisch in der Katzengruppe einzusetzen. Die anderen Katzenmitspieler bringen es der Katze bei wie weit sie gehen darf. Ihre Katze ist ein Waisenkind ohne Katzenvorbilder und ohne Katzenspielkameraden, deshalb ist es für sie schwierig «die richtige Dosis an Aggression» anzuwenden. Dessen «Opfer» sind Sie geworden. Ausserdem mit vier Monaten nähert sich der Kater seiner Pubertät an und sein Testosteronspiegel und somit  seine Aggressionen steigen.

Ich empfehle folgende Massnahmen:

  • 1. Der Katze eindeutig zeigen, dass Sie das Verhalten nicht billigen. Kein Streicheln bei Fauchen.
  • 2. Baldige Kastration zwischen 5. und 6. Monat.
  • 3. Zulegen einer 2. Katze, am liebsten ein Weibchen.


Andere Arten von Aggressionen bei Katzen äussern sich folgendermassen:

  • 1. Aus dem Spiel entsteht eine stärkere Aggression in Form von Beissen, Fauchen, Kratzen.
  • 2. Aus dem Nichts überfällt einem die Katze und beisst einem in die Wade.
  • 3. Fremde Personen werden angegriffen.
Diese Aggressionsarten sieht man vermehrt bei Kater, ob Jung oder Alt, da es zu ihrem normalem Katzenverhalten gehört. Die Katzen versuchen dadurch ihre Dominanzansprüche durchzusetzen, sei es gegenüber dem eigenen Besitzer oder Gast. Wichtig ist, dass wir der Katze ihre Grenzen sofort aufzeigen, indem das man sie abweist. Andererseits sollte man auch eine Zusatzspielerische Beschäftigung wie Wollknäuel oder ein Ballspiel einsetzen, um die Aggressionen auf  das Spielzeug umzulenken. Auch unter den Katzen wird auf eine Attacke mit Gegenreaktion reagiert oder die Aufmerksamkeit auf etwas Anderes gelenkt. 

Wie bei allen Verhaltensproblemen muss man wiederholt darauf hinweisen, dass eine normale gesunde Verhaltensentwicklung nur möglich ist, wenn beide Komponenten, der tierische, wie der menschliche Anteil optimal miteinander verwoben worden sind. Das heisst, dass die Katze eine glückliche Katzenbabyzeit mit ihrer Mutter und Geschwister, bis zum Alter von ca. 8-12 Wochen erlebt, wo sie alle ihre spielerische Fähigkeiten ausüben darf und ihre Sozialisation, das heisst die richtige Verhaltensweise mit anderen Katzen erlebt. Sowie schon frühe Prägung in der 2.-5.- Lebenswoche durch Menschenkontakt erlebt

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Prof. Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG

Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»

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