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Jedes fünfte Kind ist allergisch
Dr. Yair Schiftan

Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Seit bald einem Jahr stürmt mein Sohn (6), dass ich ihm eine Katze kaufe.
Grundsätzlich wären wir - ich und mein Mann - damit einverstanden. Andererseits machen wir uns Sorgen.

Die Zahl der Kinder mit Tierallergien steige, ist immer wieder zu hören. Wie gross ist das Risiko?
Anita K. aus P.

Neuste Untersuchungen aus Deutschland zeigen, dass fast jedes fünfte Kind unter fünf Jahren an Allergien leidet. Exakt sind es 18 Prozent. Die zweithäufigste Ursache für die Allergien sind dabei die Haare von Katzen, Hunden, Meerschweinchen, Ratten oder anderen Tieren. Platz eins in der Allergiehitparade belegen die Milben, welche in Innenräumen ihr Unwesen treiben.

Interessant ist folgende Erkenntnis. Bei der Tierhaarallergie spielt es offenbar keine Rolle, ob die betroffenen Kinder selbst eine Katze, einen Hund oder ein Meerschweinchen haben. Bei der Hälfte der Kinder, die unter Haarallergien leiden, lebt gar kein Tier in der gleichen Wohnung. Dies besagt zumindest die genannte deutsche Studie. Die Allergene werden über Kleidung oder Strassenstaub ins Haus geschleppt.

Andererseits gilt und dies halte ich für besonders wichtig: Die Tierhaltung fördert keine Allergien. Falls Ihr Kind nicht schon allergisch veranlagt ist, müssen sie keine Angst haben. Ein Tier im Haus wird keine Allergie auslösen. Sollten sie andererseits nach der Anschaffung eines Hundes oder einer Katze bei ihrem Kind gerötete Augen, Husten, Hautausschläge oder Juckreiz feststellen, so sollten sie einen Arzt aufsuchen. Die Schulmedizin kann heute mittels Haut- und Bluttests recht exakte Diagnosen stellen

Bei der Frage «Tier ja oder nein?» darf andererseits nicht die Angst am Anfang stehen. Zeigt sich, dass medizinische Gründe gegen ein Haustier sprechen, so muss auf die Haltung verzichtet werden das versteht sich von selbst. Doch grundsätzlich sind Tiere gesundheitsfördernd. Gerade Kinder erleben viele heitere und verspielte Momente. Dies stärkt das Immunsystem und fördert das Wohlbefinden. Im Zeitalter des Computers sollte man seine Kids nicht nur auf Bits und Bytes trimmen, die reale Welt aus Fleisch und Blut müssen sie ebenso kennen lernen. Und hier bietet die Tierhaltung eine grosse Chance.

Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»

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