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Einer Katze das Kratzen an der Tür abgewöhnen
Dr. med. vet. Roman Camen

Wir halten seit sechs Monaten eine junge Katze. Seit einigen Wochen hat sie die unangenehme Angewohnheit entwickelt, in der Nacht an unserer Schlafzimmertüre zu kratzen, weil sie Futter und Aufmerksamkeit will. Wir wollen nicht, dass sich die Katze in unserem Schlafzimmer aufhält.
Wie können wir ihr dieses Verhalten abgewöhnen?
(Frau S. aus Jona, Schweiz)

Katzen sind unglaublich hartnäckige Tiere. Viele Katzenbesitzer haben sicherlich schon die Bekanntschaft mit diesem Charakterzug gemacht. Wenn Katzen etwas wollen, können sie dies stundenlang kundtun. Bei dem von Ihnen geschilderten Problem gibt es zwei Ansatzpunkte, die dazu führen können, dass die Katze das Erheischen von Aufmerksamkeit in der Nacht abstellt, nämlich die Bestrafung und das Ignorieren des Tieres.

Es gilt zu beachten, dass ein Erfolg dieser Massnahmen nur dann zu erwarten ist, wenn man das Problem sehr früh angeht. Katzen, die schon seit Jahren Erfolg mit ihrer Kratzaktion hatten, werden nur schwerlich von ihrem Vorhaben abzubringen sein.

Ein zweiter wichtiger Punkt besteht darin, dass man die Methoden konsequent anwendet, bis das Problem gelöst ist. Die Bestrafung sollte so gewählt werden, dass man keinen direkten Kontakt zur Katze herstellen muss, denn dies könnte sie bereits als Aufmerksamkeit interpretieren.

Eine sehr effiziente Lösung besteht darin, den von den meisten Katzen verhassten Staubsauger so vor die Zimmertüre zu positionieren, dass man ihn vom Zimmer aus einschalten kann. Die meisten Katzen werden sehr schnell die Flucht ergreifen.

Sollte die Bestrafung nicht funktionieren, muss die Katze ignoriert werden, sobald sie das unerwünschte Verhalten zeigt. Die meisten Tiere intensivieren darauf ihr Kratzen und Miauen. Sie werden mit der Zeit aber einsehen, dass es nichts bringt.

Die einzige mögliche Komplikation dieser Methode ist praktischer Natur, denn Ihr Schlaf wird für einige Nächte empfindlich gestört sein, deshalb kann es von Vorteil sein, die Methode des konsequenten Ignorierens in den Ferien auszuprobieren.

Bei Katzen, die aus Hungergründen den Schlaf der Besitzer stören, kann es unter Umständen genügen, abends noch etwas zum Fressen in den Napf zu stellen.

Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG
Mit frdl. Genehmigung des Autoren

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