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Katze vom Tisch ernähren?
Dr. med. vet. Roman Camen
Wir verfüttern unseren zwei Katzen
fast täglich Speisereste, zwischendurch
bekommen sie auch normales
Katzenfutter. Im Internet haben wir
gelesen, dass diese Art der Fütterung
für die Katzen nicht sehr geeignet ist.
Wir fragen uns ob das stimmt, denn
wir ernähren uns sehr ausgewogen.
Familie T. aus St. Gallenkappel SG (Schweiz)
Ich vernehme immer wieder, dass Tierbesitzer ihre geliebten Vierbeiner
mit menschlicher Nahrung füttern. In der Annahme, dass Katzen Fleischfresser
sind, werden diesen häufig gekochtes Fleisch oder Geflügel verabreicht.
Mit dieser Art der Ernährung sollte man sehr zurückhaltend
sein, denn sie ist für die Katze äusserst schädlich. Obwohl
sehr viele Tierbesitzer sicherlich eine ausgewogene und nährstoffreiche
Ernährung zu sich nehmen, gelten für Katzen, aber auch für
Hunde, andere Ernährungsanforderungen als für uns Menschen, denn
der Stoffwechsel der Katze unterscheidet sich vom unsrigen.
Selbst wenn man der Katze viel Fleisch füttert, führt dies
mit der Zeit zu Mangelerscheinungen.
Es stimmt zwar, dass sich Katzen in der freien Wildbahn fast ausschliesslich
von Beutetieren ernähren, sie fressen aber nicht nur das Fleisch der
erlegten Beute, sondern auch Organe und kleine Knochen. Darin befinden
sich wertvolle Nährstoffe, die der Katze fehlen, wenn sie ausschliesslich
Fleisch vorgesetzt bekommt.
Sollten Sie Ihre Katze trotzdem weiter vom Tisch füttern wollen,
beachten sie bitte folgende Punkte:
1. Der Anteil von Menschennahrung sollte auf 10 Prozent beschränkt
sein.
2. Fleisch, Fisch oder Geflügel muss gut gekocht sein.
3. Gräten und Knochen müssen entfernt werden.
4. Milchprodukte sind für Katzen nur schwer verdaulich und dürfen
nur in Ausnahmesituationen gegeben werden.
5. Nahrungsergänzungen mit Vitaminen oder Mineralstoffen sind bei
bedarfsdeckenden und ausgewogenen Alleinfuttermitteln unnötig und können sogar gesundheitsschädlich sein.
Die Verabreichung von menschlicher Nahrung sollte beim Auftreten von
Gewichtszunahme, Verdauungsstörungen oder Symptomen eines gestörten
Nährstoff- Gleichgewichtes unterbrochen werden.
Fragen,
Bemerkungen an den Autoren
Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG Schweiz
Mit frdl. Genehmigung des Autoren
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