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Unsere Katze frisst sowohl Trocken- als auch Nassfutter. Wir haben gehört, dass es besser wäre, Katzen ausschliesslich mit Trockenfutter zu füttern. Stimmt das? Leider hört man dieses Gerücht immer wieder, auch bei mir in der Praxis werde ich oftmals von Besitzern gefragt, ob sie ihrer Katze nur noch Trockenfutter anbieten sollen. Der Vorteil des Trockenfutters liegt in der Verzögerung des lästigen Zahnsteines. Jedoch sehr wichtig wäre, dass die Katze eine ausreichende Menge an Feuchtfutter zum Verzehr bekommt. Der Grund dafür liegt über 4000 Jahre zurück. Unsere Hauskatze stammt nicht, wie viele Leute annehmen, von der europäischen Waldkatze ab, sondern von der Nubischen Falbkatze, welche in verschiedene geographische Unterarten unterteilt werden kann. Allen Falbkatzen-Arten ist jedoch gemeinsam, dass sie sehr trockene Gebiete bewohnen, vornehmlich Steppen, Buschgebiete und Savannen Afrikas und Arabiens. Aufgrund der sehr trockenen Umgebung sind die Falbkatzen (einige wenige Arten existieren noch heute) auf einen sehr sparsamen Umgang mit dem Wasser angewiesen. Dieses Problem lösen sie unter anderem, indem sie einen grossen Teil ihres Wasserhaushaltes über den Verzehr ihrer Beutetiere decken. Vor allem das Fettgewebe der erbeuteten Tiere ist sehr reich an Wasser. Somit trinken diese Jäger weitgehend indem sie fressen. Diese Besonderheit des Wasserhaushaltes ist bis über all die Jahrtausende den katzenartigen Tieren erhalten geblieben, so auch unseren Stubentigern. Wenn
nun eine Katze nur Trockenfutter erhält, heisst das, dass sie konstant
zu wenig Wasser übers Futter aufnimmt. Diesen Mangel kompensiert sie
aber nicht, indem sie mehr trinkt, sondern ihren Urin stärker konzentriert.
Dies bedeutet, dass sie vermehrt Wasser aus dem Urin zurückbehält,
bevor er ausgeschieden wird. Das Problem dabei ist, dass die löslichen
Bestandteile des Urins permanent in zu hoher Konzentration vorliegen, was
ab einem gewissen Alter die Bildung von Harnsteinen begünstigen kann.
Es gibt genügend wissenschaftliche Studien, die den Zusammenhang von
ausschliesslicher Trockenfütterung und dem Auftreten von Harnsteinen
belegen.
Fragen, Bemerkungen an den Autoren med. vet. Roman Camen Rapperswil SG Mit frdl. Genehmigung des Autoren
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