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Bauernhofkatzen, nicht selten Problemkatzen und Katzenprobleme
Christine Krättli

Immer wieder fragen mich Katzenfreunde aus der Region, warum auf ungezählten Bauernhöfen so viele Katzen lebten und nicht selten krank und verwahrlost seien. Zudem fragen sie mich, ob der Tierschutz nicht zusammen mit den Landwirten das offensichtliche Katzenproblem im Interesse der Mäusejäger lösen könnte. 

Vorausschicken will ich, dass viele Bauernfamilien ihre Tiere liebevoll behandeln und dass ihnen auch die Katzen nicht gleichgültig sind. In diesen Fällen geniessen  die Büsis ein Katzenleben der feinsten Art. Leider gibt es etliche Ausnahmen, worüber nicht nur die geplagten Katzen, sondern auch so manch ein Tierfreund ein Lied singen könnte. Und genau dort spielen sich so manche Tiertragödien ab.
Wie gesagt, einst waren die Hauskatzen auf den Bauernhöfen als Mäusejäger und als Jäger von anderen schädlichen Nagern sehr willkommen. Doch dies hat sich nach und nach zuungunsten der Miezen verändert. 

Heute sind sie nicht selten beinahe «arbeitslos», denn ihre Jagdbeute wird vergiftet oder vergast - dies allerdings auch zum Schaden einer natürlichen und gesunden Umwelt. Deswegen geht es auch anderen Beutefängern wie Greifvögeln an den Kragen; sie werden durch die vergifteten Mäuse  schwer geschädigt oder getötet.
Trotz des Nahrungsmangels hat sich hingegen die Gebärfreudigkeit der Hofkatzen nicht geändert. Doch wegen des mangelnden Nahrungsangebotes leidet der Katzennachwuchs; kranke und serbelnde Jungkatzen fristen dann ein jämmerliches Dasein. Vielfach wandern überzählige Tiere in nahe gelegene Wohngebiete ab, vor allem in so genannte Neubauquartiere, wo sie oft auch nicht willkommen geheissen werden.

Nicht selten verhungert der Nachwuchs, wenn ihn niemand findet. Da und dort werden die Kätzchen eingefangen und auf brutale Weise umgebracht.

Gegen diese Methoden, aber auch gegen das ganze Katzenelend wehren sich die Tierschützer landesweit. Darum fordert der Tierschutz Bäuerinnen und Bauern auf, ihre Katzen kastrieren zu lassen, um die Katzenpopulation und das damit verbundene Elend unter Kontrolle zu bringen. Dass kastrierte Tiere weniger Mäuse fangen, hat unter anderen der bekannte Verhaltensforscher sowie Katzenfachmann Dennis Turner aufgrund langjähriger Beobachtungen widerlegt. Im Gegenteil: kastrierte Büsis stehen den unkastrierten in Bezug auf den Mäusefang nicht nach, denn ihr Jagdverhalten wird durch die zweimalige Rolligkeit  pro Jahr nicht gestört. Auch bleiben sie eher auf dem Hof und streunen weniger herum.

Im Jahr 2001, startete der Tierschutz Schweiz STS in Zusammenarbeit mit den Tierärzten die zweite Aktion Bauernhofkatzen, bei der die Landwirte die Gelegenheit erhalten, ihre Mäusefänger günstig kastrieren zu lassen. Die Aktion wird fortgesetzt

Mit frdl. Genehmigung der Autorin und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
 

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