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Dr. Yair Schiftan Die Augen der Katze sind ein Wunderwerk der Natur. Auch nachts sieht das Tier hervorragend. Muss es auch. Schliesslich geht die Katze oft nachts auf Beutejagd. Dabei müssen kleinste Lichtquellen ausreichen, um sich in der Finsternis zurechtzufinden. Ich nehme an, jeder hat einmal in den Scheinwerfern des Autos zwei stark leuchtende Augen einer Katze gesehen. Es sieht dann so aus, als hätte die Katze eine eigene Lichtquelle in den Augen. Dem ist nicht so. Aber die Katze hat im Unterschied zum Menschen eine Art Lichtverstärker. Dieser Lichtverstärker ist eine dünne Schicht im Augenhintergrund, das tapetum lucidum. Dieses erlaubt es der Katze, jede noch so geringe Lichtquelle wie Sternen- oder Mondlicht auszunutzen und zu verstärken. Schliesslich muss die Katze ihre Beutetiere vor allem nachts sehen können. Mäuse und Ratten sind Dämmerungstiere. Entsprechend musste sich im Laufe der Evolution das Auge der Katze anpassen. Auch die Schlitzpupillen regulieren die Lichtzufuhr genaustens. Im Dunkeln werden sie ganz rund und gross, damit mehr Licht einfallen kann. Eine interessante Aufgabe haben auch die langen, dicken, weissen Schnauzhaare. Diese dienen als Sensoren für die Bewegungen der Beutetiere in unmittelbarer Nähe. Zum Thema «Sieht eine Katze nur grau?»: Es besteht eine interessante Arbeit, die sich mit dem Farbensehen bei Katzen beschäftigt und die ihnen die Fähigkeit zubilligt, blau, grün und orange zu sehen. Die Futtermittelindustrie zumindest hat die Ergebnisse mit Interesse zur Kenntnis genommen. Katzen, die gewisse Futterbüchsen dank der Farbe erkennen und bevorzugen? Wer die Farbe kennt, hätte einen Wettbewerbsvorteil. Doch wenn Sie mich fragen: Katzen würden eh lieber Mäuse jagen. Übrigens: Die Futteraufnahme bei Katzen ist auch heute noch in Zeiten des stets vollen Futtertopfs von der Art des Mäusefangs bestimmt. Die Vierbeiner fressen mehrmals pro Tag und in der Nacht kleine Mengen, genauso wie sie eben nicht alle Mäuse aufs Mal fangen können. Dies im Unterschied zum Hund, dessen Vorfahren, die Wölfe, nur alle paar Tage eine grosse Beute machen durften und den Magen deshalb ums Vielfache ausdehnen konnten. Fragen, Bemerkungen an den Autoren Dr. Yair Schiftan Rapperswil SG Mit frdl. Genehmigung des Autoren und der Zeitung «Obersee Nachrichten»
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