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Die Schnurrhaare der Katze
Dr.
med. vet. Roman Camen
Katzen weisen im Gesicht längliche Schnurrhaare auf.
Was genau ist die Funktion dieser Haare?
Wachsen sie wieder nach, wenn sie ausgefallen
sind?
(Frau K. aus Feldbach, Schweiz)
Die so genannten Schnurrhaare, die übrigens bei sehr vielen Säugetieren
zu finden sind, haben, anders als ihr Name vermuten lässt, nichts
mit der Funktion des Schnurrens zu tun. Sinn und Zweck dieser Haare liegen
in der Wahrnehmung von Berührungsreizen und haben somit die Funktion,
der Katze bei der räumlichen Orientierung zu helfen.
Die Schnurrhaare selbst bestehen wie normale Haare aus leblosem Material
und enthalten keine Nerven. Im Unterschied zu normalen Haaren sind sie
aber in einer speziellen Haarwurzel eingebettet. Diese Haarwurzel ist aus
zwei Schichten aufgebaut, zwischen welchen eine mit Blut gefüllte
Kapsel liegt, der so genannte Blutsinus. Die Wand dieses Sinus ist mit
vielen kleinen Nervenendigungen versehen. Wird nun ein Tasthaar berührt,
biegt es sich und bewegt das Blut in der Kapsel. Die angrenzenden Nervenendigungen
registrieren die Bewegung des Blutes und leiten diese Information dem Gehirn
weiter.
Die Tasthaare sind extrem sensibel und ermöglichen es der
Katze, selbst geringste Reize wahrzunehmen. Bei gewissen Säugetieren
sind die Haare so empfindlich, dass bereits geringste Luft- oder Wasserbewegungen
wahrgenommen werden können.
Einige Tierarten besitzen im Bereich der
Wurzeln der Schnurrhaare zusätzlich Muskelgewebe, wodurch sie bewegt
werden können, um die Umgebung aktiv zu erkunden.
Diese Unterstützung der räumlichen Wahrnehmung hilft den Tieren,
sich im Dunkeln zurechtzufinden, Gefahren frühzeitig zu erkennen und
unterstützt die Nahrungssuche.
Die Haare unterliegen einem natürlichen Zyklus und fallen somit
nach einer gewissen Zeit aus, wachsen aber wieder nach. Auch wenn aus Versehen
ein solches Haar ausgerissen wird, besteht kein Grund zur Sorge, auch in
diesem Fall wachsen sie wieder nach.
Fragen,
Bemerkungen an den Autoren Dr. med. vet. Roman Camen Rapperswil SG
Mit
frdl. Genehmigung des Autoren
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