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Grosses Leiden für kleine Bordüren
Käfigbatteriehaltung von Füchsen und Nerzen
Schweizer Tierschutz STS

Millionen von Nerzen und Füchsen werden immer noch in Käfigbatterien gehalten, die nicht einmal die elementarsten Grundbedürfnisse dieser Tiere abdecken und zu massivem Leiden und Verhaltensstörungen führen. An der heutigen Pressekonferenz in Zürich forderte der Schweizer Tierschutz STS die Konsumentinnen und Konsumenten auf, durch Verzicht auf Echtpelz-Bordüren ein Zeichen gegen solche tierquälerischen Pelzproduktionsstätten zu setzen.


Weder Nerze noch Füchse sind domestiziert

Weder Zucht noch Domestikation haben je eine "Kastenstand-Sau", einen "Käfig-Nerz" oder einen "Käfig-Fuchs" hervorgebracht, die vollständig an die Gefangenschaftshaltung angepasst sind, erklärte die Verhaltensbiologin Eva Waiblinger an der Pressekonferenz.
Nerze und Füchse würden erst seit 40 -100 Jahren in Gefangenschaft gezüchtet und könnten nicht als domestiziert bezeichnet werden. In der Käfighaltung zeigen diese Wildtiere gravierende Verhaltensstörungen wie Stereotypien, Apathie und Selbstverstümmelung. Freilebende Nerze wandern mehrere Kilometer pro Tag durch ihr Revier am Flussufer, lieben es zu schwimmen, jagen lebende Beute und wechseln ihren Schlafbau alle paar Tage. Die an sich einzelgängerisch lebenden Nerze und Füchse werden in der Pelztierzucht in grosser Zahl auf engstem Raum gehalten. Rationelle Arbeitsmethoden stünden im Vordergrund, so Eva Waiblinger, die Käfighaltung müsse als Tierquälerei bezeichnet werden.
 

Tierquälerische Haltung

Hanna Kivinen, Präsidentin des finnischen Tierschutzverbandes Animalia, berichtete über ihren Besuch auf einer Vorzeigefarm Mitte Oktober 2001.
Augenfällig sei, dass die Blaufüchse heute gezielt auf grossen Körperbau und entsprechend grossen Pelz gezüchtet werden. Das schnelle Wachstum habe bei diesen sogenannten Superfüchsen Körperdeformationen zur Folge. Hanna Kivinen fand trotz Voranmeldung verschiedene Füchse mit  Beinlähmungen und entdeckte blutende Bisswunden an mehreren Schwänzen.
Bei den Nerzen beobachtete Kivinen ein Muttertier und ihr erwachsener Nachwuchs, die sich in der drangvollen Enge eines Käfigs bekämpften. Das Muttertier versuchte vergeblich, den Angriffen zu entfliehen.
In Finnland werden während diesen Tagen je 2 Mio. Füchse und Nerztiere gepelzt. Sie verbrachten ihre Lebenszeit in engen Drahtgitterkäfigen. Den Füchsen stehen je ein halber Quadratmeter Gitterboden, den Nerzen ein Fünftel Quadratmeter zur Verfügung. Eine Inspektion der Amtstierärzte auf den Pelztierzuchten Westfinnlands im Jahr 2000 zeigte, dass 68% der Farmer nicht einmal die gesetzlichen Mindestvorschriften einhalten.  


In der Schweiz nicht so möglich

In der Schweiz muss gemäss Tierschutzverordnung für ein oder zwei Füchse eine Minimalfläche von 60 Quadratmeter zur Verfügung stehen, mit Naturboden, Sichtblenden, Schlafboxe und Rückzugsmöglichkeit. Für ein oder zwei Nerztiere sind 10 Quadratmeter Naturboden und ein Wasserbassin Vorschrift. Im Ausland wird den Tieren nur ein Bruchteil dieser Minimalforderungen zugestanden.

Für Pelzstreifen und Bordüren?

Waren es früher 10 Füchse, 40 - 60 Nerztiere oder 130 bis 200 Chinchillas, die für einen Pelzmantel ihr Leben lassen mussten, sind heute die kleinen Pelzstreifen en vogue. Dem hält der Schweizer Tierschutz STS entge-gen, dass auch für die Herstellung optisch veränderter oder versteckter Pelze wie Jackenbesatz oder Handschuhe mit Nerzfütterung, Tiere ebenso leiden und sterben müssen wie für die grossflächigen Konfektionsartikel. Auch das Tragen von Echtpelz-Bordüren ist und bleibt Gewissensfrage. 
 

Der künstliche Fun-Pelz ist die (gute) Alternative

Doch längst nicht jede Pelzbordüre ist heute echt. Der künstliche Fun-Pelz kommt dem Zeitgeschmack entgegen. Früher war der Kunstpelz ein eklig-steifes, knisterndes Polyester-Gespinst. In der Zwischen-zeit haben die Plüschproduzenten dazugelernt. In Farbe und Zeichnung sind die gut gemachten Imitate kaum mehr zu unterscheiden. Sie bieten den KonsumentInnen eine attraktive Alternative.
 


«Auch Pelztiere haben ein Recht auf artgerechte Haltung»,  mahnt der Schweizer Tierschutz STS, noch besser ist der Kunstpelz.

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Mit frdl. Genehmigung des Präsidenten des STS Heinz Lienhard 

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