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3. Anforderungen an das neue Zuhause für Meerschweinchen und Lautäusserungen
Jutta Prinz

Eingliederung in eine bestehende Gruppe

Wenn das neue Meerschweinchen in eine bereits bestehende Gruppe, oder zu einem einzelnen Meerschweinchen eingegliedert werden soll, wird es zuerst einmal ausgiebig beschnüffelt. Ein kleines Böckchen, welches zu einem anderen Böckchen kommt, wird sicher zuerst besprungen und sich in Sicherheit bringen. Das ist normal und sieht
schlimmer aus, als es ist. Aber auch manche Weibchen sind nicht sofort freundlich zu dem Neuling. Ein besonderer Leckerbissen lenkt die Tiere ab und meistens ist es danach friedlich. Genauso kann es aber auch der Neuling sein, der die anderen aufmischt. Es hängt vom Charakter der Meerschweinchen ab und auch davon, wie dominant die einzelnen Tiere sind. Es kann durchaus einige Stunden dauern, bis wieder Ruhe in die Gruppe einkehrt. Das geht natürlich schneller, wenn beide oder mehrere Tiere neu sind, vielleicht sogar vorher zusammengelebt haben.

In eine neue Umgebung kommen

Aber da ist ja noch die neue Umgebung, die vielleicht noch sehr ungewohnt ist. So ist es völlig normal, daß sich die Neulinge erstmal verstecken und das ganze Geschehen aus einem Versteck heraus beobachten. In einigen Büchern wird geschrieben, daß ein Schlafhäuschen oder Unterschlupf entfernt werden soll, damit die Meerschweinchen schneller ihre Scheu verlieren. Ich finde das nicht so gut. Ein Meerschweinchen ist nunmal ein Fluchttier und wenn es ein besonders scheues Tier ist, wird es vor Angst im Käfig und Gehege rumrennen und womöglich an den Wänden hochspringen. Das ist Streß pur. Meerschweinchen sind bestechlich, mit Leckerbissen, die man vielleicht zuerst in den Käfig legt, später in der Hand behält, wird man über kurz oder lang Erfolg haben. Erzwingen kann man nichts und es gibt Tiere, die bleiben immer ein wenig scheu und zurückhaltend, während andere sich schon nach kurzer Zeit kraulen und streicheln lassen. Das muß man den Tieren selbst überlassen. Vor allem Geduld ist wichtig.

Herumtragen

Oft neigen Kinder dazu, Meerschweinchen ständig aus dem Käfig zu nehmen und herumzutragen. Auch wenn die Meerschweinchen sich nicht immer wehren, ist es nicht artgerecht. Eine kleine Meerschweinchen- Gruppe in einem schönen, geräumigen Käfig oder Gehege mit Rampen, Etagen und anderen artgerechten Zubehör zu beobachten, ist viel reizvoller als dauernd Jagd auf die Tiere zu machen, sie womöglich aus den Schlaf zu reißen, oder beim Füttern zu stören. Natürlich kann man Meerschweinchen auch mal rausnehmen, auf den Schoß halten,streicheln und dabei mit etwas Leckeren verwöhnen. Manche Tierchen genießen das, strecken sich und schlafen fest ein. Besonders kranken Tieren tut die Körperwärme vom Menschen gut. das sollte aber alles ganz sanft und behutsam gemacht werden.

Erschrecken und andere Haustiere

Ein neues Meerschweinchen, was sich noch nicht richtig eingewöhnt hat, wird sich in der ersten Zeit oft erschrecken, besonders wenn es ständig mit neuen, fremden Menschen konfrontiert wird. Auch andere Haustiere erschrecken die Meerschweinchen zuerst einmal. Es ist sowieso wichtig bei Haustieren wie Hunden oder Katzen, den Käfig oder das Gehege gut abzusichern und Hunde oder Katzen nie mit den Meerschweinchen unbeaufsichtigt zu lassen. Wenn auch nicht alle Hunde oder Katzen die Meerschweinchen als Beute betrachten, so kann man sich nie so ganz darauf verlassen, daß nicht dochmal der Jagdtrieb erwacht, besonders wenn ein Meerschweinchen schnell läuft.

Lautäusserungen

Besonders glücklich sind Meerschweinchen, wenn sie draußen einen gesicherten Auslauf haben. Auf einer schönen Wiese mit saftigen Gras gefällt es ihnen besonders gut. Ihr Befinden zeigen die kleinen Nager durch Laute und Bewegungen:


  • leises Glucksen bedeutet: Ich bin zufrieden und fühle mich wohl.

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  • lautes Purren mit wiegenden Hüften (kommt bei Böckchen viel häufiger vor) wenn ein Weibchen brünstig ist, oder Imponiergehabe vor einem  Artgenossen. Auch brünstige Weibchen zeigen dieses Verhalten und gelegentlich bespringen sie auch mal ihre Partnerinnen.

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  • Zähneklappern zeigt Angst oder Agression (meistens beides zusammen), dann besser das Tier nicht anfassen, es könnte zubeißen.

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  • Lautes Quieken heißt meistens: Ich bin auch noch da und habe Hunger. Dieses Quieken wird meistens durch ein Geräusch ausgelöst, was irgendwie an Futter erinnert, wie das Rascheln einer Tüte oder Geräusche aus der Küche.

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  • Lautes, schrilles Quieken ist ein Ausdruck von Angst oder Erschrecken.

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  • Meerschweinchen, die wie ein Gummiball mit allen Vieren gleichzeitig hochspringen zeigen, daß sie sich ganz besonders wohlfühlen. Es pure Lebensfreude. Jungtiere machen das häufiger als ältere Tiere.

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  • Zirpen ist etwas ganz Besonderes. Es hört sich an, als wenn ein Vogel laut zwitschert. Meistens ist es nur ein Meerschweinchen das zirpt und die anderen sitzen völlig regungslos da. Was dieses Zwitschern oder Zirpen bedeutet, ist bis heute unbekannt. Es gibt nur Vermutungen darüber. Es passiert auch sehr selten oder vielleicht nie.
Obwohl Meerschweinchen wie alle anderen Tiere ein bestimmtes angeborenes Verhalten haben, hat doch jedes seine besonderen Eigenarten und Vorlieben und ist einmalig.

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Im nächsten Bericht, Nummer 4 der Reihe, beschreibe ich Krankheitssymptome.

Meerschweinchenhomepage von Jutta Prinz
 

Copyright von Bild und Text bei Jutta Prinz, mit frdl. Genehmigung der Autorin